Mittwoch, 2. Dezember 2009

Indienreisen und Impfung

Frage:

Am 26.11.2009 um 19:49 schrieb K. M.:

Im Februar/März 2010 möchten wir mit unserer Tochter Lea (dann 8 Monate alt) nach Indien in ein Ashram fahren.
Das Ashram liegt in einem ziemlich armen Staat, nämlich Bihar. Wir werden dort etwa einen Monat bleiben und eine Yoga-Fortbildung machen.
Das bedeutet, dass sich in den Stunden des Trainings eine indische Nanny um unsere kleine Tochter kümmern wird.

Lea ist in Indien geboren. In Rajasthan, Udaipur. Sie kam als Hausgeburt (in einem Hotel) zur Welt. Wir haben direkt nach der Geburt aus Unwissenheit eine Polio Schluckimpfung gegeben, weil wir von den Ärzten völlig überrannt wurden. Lea hat ziemlich heftig reagiert. Wir sind an dem Punkt mit einer Heilpraktikerin in Berlin telefonisch in Kontakt getreten, die uns dann abriet, weiter zu impfen. Zu diesem Zeitpunkt, wie jetzt auch, stille noch voll. Seit wir wieder in Berlin sind, betreut uns diese Heilpraktikerin. In der anstehenden Impffrage jedoch, möchten wir gerne die Meinung eines "Reisenden" einholen und dann Ihre Anregungen mit unserer Heilpraktikerin besprechen.

In dem Blog-Beitrag haben wir gelesen, welche Empfehlungen Sie für Erwachsene abgeben, die nach Indien reisen.
Welche Tips würden Sie mir als stillende Mutter und meiner jetzt 5 Monate alten Tochter geben?

Konkret:
Welche Impfungen sollen wir wann machen?
Und wie können wir uns homöopathisch vorbereiten? Bzw. Was nehmen wir mit, falls sich Anzeichen einer Infektion zeigen?

Es ist zu ergänzen, dass die Hygiene im Ashram sehr gut ist. Wir reisen allerdings auch ein Stück mit dem Zug. Und da lässt selbst in den gehobenen Zugklassen die Hygiene zu wünschen übrig.

Ich, als Mutter bin fast gegen alles geimpft, da ich mich erst vor einiger Zeit bewusst mit dem Thema beschäftigt habe.
Ich kann aber nicht wissen, ob ich in 3 Monaten immer noch voll stillen werde.

Würden wir hier in Deutschland sein, würden wir nicht impfen. Aber diese Reise und unsere Erfahrungen mit Indien lassen uns als Eltern bewusster werden.
Wir würden uns sehr freuen von Ihnen zu hören. Ich hoffe, die Informationen sind Ihnen ausreichend. Ansonsten melden Sie sich gerne.

K. M.


Antwort:

Ihre Frage kann ich ganz einfach beantworten: Ich würde mein Kind gegen gar nichts impfen lassen. Kinder unter 2 Jahren überhaupt gegen etwas impfen zu lassen, ist 'eh Blödsinn, weil das Immunsystem noch gar nicht so ausgebildet ist, dass das Kleinkind einen dauerhaften Schutz aufbauen kann.

Der allgemeine Rückgang von Epidemien weltweit ist mit Sicherheit nicht auf die Impferitis zurückzuführen, sondern auf die i. A. besseren Hygiene-Bedingungen.

Sie schreiben, dass es im Ashram sehr sauber sei. Also kein Grund zu besonderer Vorsicht. Ihre Zugfahrt finde ich für ein dann 8 Monate altes Baby ein wenig problematisch.

Also: Erstes Gebot ist eine gute Hygiene, was aber nicht heißt, dass Sie dreimal täglich den Kinderwagen mit Sagrotan ausprayen.

Ansonsten würde ich ein paar homöopathische Arzneimittel mitnehmen. Das hilft i. A. hervorragend.Ich erzähle Ihnen ein Beispiel. Vor ein paar Jahren sind 6 Freunde von mir nach Afrika in ein Malariagebiet als Entwicklungshelfer gegangen. Sie haben sich auch vorher von mir beraten lassen. Ich habe ihnen eindringlich geraten, China als D 30 mitzunehmen und davon 5 x täglich 5 Kügelchen zu nehmen. Drei haben es gemacht und drei haben sich verunsichern lassen und haben die übliche Malariaprophylaxe mitgemacht. Erfolg: Drei kamen mit, drei ohne Maria wieder. Und die, die Malaria bekommen haben, waren genau die drei mit Malariaprophylaxe. Das gibt zu denken!

Noch etwas: In Deutschland erkranken pro Jahr mehr Kinder an Kinderlähmung durch die Impfung als ohne die Impfung!

Ansonsten: Gehen Sie auf meine Website , dort am linken Rand auf Fragen. in dem sich dann öffnenden Fenster scrollen Sie runter bis zur Rubrik "Impfempfehlungen für Indien".

Für Ihr Kind müssen Sie noch beachten: Sollten Sie dann noch stillen, muss nicht das Kind die Mittel einnehmen, sondern Sie.

Weiterhin: Wenn Kleinstkinder starke Durchfälle kriegen, neigen sie zur Austrocknung. Also immer ernst nehmen..Reichlichst zu trinken geben (bitte keine Cola!!!, sondern Mineralwasser).

Nachfrage:
Ja, die Zugfahrt. Aber anders kommt man da leider nicht hin.
Auto würde gehen, aber der Staat ist recht gefährlich, so dass ein Überfall denkbar ist.
Wie könnte man denn die Zugfahrt entproblematisieren? Wie können wir Hygiene herstellen? Wo sind die Gefahren?

In Ihren Impfempfehlungen für Indien empfehlen Sie ganz klar Tetanus für Erwachsene. Ein Kind unter 2 Jahren kann noch keinen Impfschutz aufbauen.
Wie können wir also mit unserem Baby verfahren?

Erneute Antwort:
na, dann ist Zugfahrt sicher empfehlenswerter als Überfall auf Auto.

Ich habe keine Ahnung, wie lange die Zugfahrt dauert. Aber Ihr Baby sollte natürlich jeden Toilettenkontakt meiden und in dem Fall würde ich dann doch ein paar Sagrotan-Tücher mitnehmen. Mehr können Sie nicht tun.

Eine Gefahr bez. Tetanus mag ich bei ihrem Baby nicht erkennen. Sie müssen lediglich aufpassen, wo es rumkrabbelt (ich habe jetzt leider vergessen, wie alt es dann sein wird). Tetanus wird meist durch Erde bzw. durch infizierte Metallzäune von Viehweiden übertragen. Sie sagten, dass es im Ashram sehr sauber sei. Da kann es sich also kaum was wegholen. Und falls es sich mal draußen eine Wunde wegholt: Erst einmal ordentlich bluten lassen (meine ich jetzt ganz ernst)! 3 - 4 Minuten reichen. Das ist zwar kein Garantieschein, macht die Sache aber sehr unwahrscheinlich.

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